

Bei der Lithografie als Flachdruckverfahren wird mit der Abstoßung von Wasser und Fett gearbeitet.
Dazu bereitet man die Oberfläche in wasserabstoßende und wasseranziehende Bereiche. Die druckenden Bereiche sind fett- und somit druckfarbenfreundlich. Die nicht druckenden Bereiche stoßen durch die Befeuchtung mit Wasser die fettreiche Druckfarbe ab.
Quelle: ceramink.com
Benötigt wird:
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normales 80g/m² Druckerpapier oder Lithography Monoprint Plates (auch Polyester-Lithoplatten genannt) z.B. Pronto-Plate 5000. Bei runden Scherben legt sich Papier besser an. Papier saugt sich aber gerne mal am Ton fest. Monoprint Plates verhalten sich wie Kunststoff.
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Vorlage aus dem schwarzweiß Laserdrucker oder Laserkopierer. Das Motiv kann eine Schrift aber auch ein schwarzweiß Foto sein. Das Motiv ist positiv, Texte müssen gespiegelt werden. Tintenstrahldrucke funktionieren nicht.
Besser kleine Motive verwenden, da das Papier in dem Arbeitsvorgang völlig durchweicht und beim Abheben von der Arbeitsplatte reißen könnte. Größere Motive in 2-3 Teile schneiden und einzeln anwenden.
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Leinöl (Linseed Oil)
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Flüssiges Gummi Arabicum (Gum Arabic) bei Verwendung von Druckerpapier. Bei Polyester-Lithoplatten nicht nötig.
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Handelsübliche Keramik Farbkörper (Mason Stain), dunkle wie Königsblau, Dunkelbraun und Schwarz funktionieren am besten. Einschlusspigmente oder Eisenoxid, Kupferoxid gehen auch. Oxide werden allerdings schwarz und bluten gerne mal aus.
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Kleines festverschließbares Gefäß z.B. Medikamentendose, kleines Schraubglas etc.
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Gummiroller, welche man für Linolschnitte oder Radierungen verwendet
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Glasplatte, oder eine wasserfeste glatte Arbeitsunterlage
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Schwamm, feuchtes Schwammtuch
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Löffel
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2 Schüsseln mit Wasser
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Gedruckt wird auf feuchtem lederharten Tonscherben. Wenn der Ton schon zu trocken ist, trocknet das Papier sehr schnell daran fest und lässt sich nur schwer entfernen.
Druckfarbe vorbereiten
Die Farbe (Ink) wird aus Leinöl und Farbkörper gemischt. 3 Teile Farbkörper, 2 Teile Leinöl mit einem Teelöffel abmessen, in ein verschließbares Gefäß geben und gut verrühren. Am besten nur eine kleine Menge anrühren, da das Leinöl schnell austrocknet und sich dann nicht mehr aufrühren lässt. 15 Minuten kräftig rühren. Mindestens über Nacht stehen lassen, besser wären 4-5 Tage. Es sollte die Konsistenz von Acrylfarbe haben.
Motiveinfärben auf Druckerpapier
Wenn die Motivvorlage auf Druckerpapier gedruckt wurde, gibt man einen Schuss Gummi Arabicum in eine der Wasserschüsseln. Dann verteilt man etwas Gummi Arabicum auf der Glasplatte, um das Motiv auf der Unterlage fixieren zu können.
Das Motiv wird nun mit dem Gesicht nach oben auf die Glasplatte gelegt. Dann wird nochmal etwas Gummi Arabicum auf dem Motiv verteilt und gut mit dem Finger eingerieben.
Dieser Vorgang macht den Toner des Motivs klebrig, damit die Druckfarbe daran anhaften kann. Überschüssiges Gummi Arabicum, das sich neben dem Motiv auf der Glasplatte befindet, mit dem Schwamm wegwischen.
Die fertige Farbe nochmal aufrühren und neben dem Motiv auf der Glasplatte verteilen. Dann den Gummiroller mehrmals über die Farbe rollern, bis der Roller gleichmäßig und satt mit Farbe bedeckt ist. Mit dem eingefärbten Roller vorsichtig über das Motiv rollen. Aber nur in eine Richtung (nicht vor- und zurück), damit sich das Motiv nicht um den Roller wickelt.
Wenn genug Farbe auf dem Motiv verteilt ist, nimmt man mit dem Schwamm etwas von dem Gummi-Arabicum-Wasser träufelt es auf das Motiv. Dann ganz vorsichtig mit dem Schwamm die überschüssige Farbe wegtupfen. Dann alles Wasser mit dem feuchten Schwammtuch wegtupfen.
Das Prinzip: Die Druckerfarbe haftet nun am Toner an, der durch das Gummi Arabicum klebrig geworden ist. Die Farbe ist durch das Leinöl fettig und stößt deswegen das Wasser ab. Auf dem unbedruckten Papier haftet die Farbe nicht und lässt sich da leicht wegtupfen.
Den Vorgang noch zweimal wiederholen. Also, Roller mit Farbe bedecken, Farbe auf das Motiv auftragen, mit Gummi-Arabicum-Wasser betreufeln, überschüssige Farbe wegtupfen, alles Wasser wegtupfen.
Dass Wasser sollte sich dabei von den bedruckten, fettigen Motivbereichen sichtbar zurückziehen.
Motiv Umdruck auf lederharten Ton
Das Motiv vorsichtig an der Ecke anheben und von der Arbeitsplatte lösen. Jetzt das Motiv mit der eingefärbten Seite nach unten auf den feucht lederharten Ton platzieren. Achtung, das durchweichte Papier ist sehr empfindlich. Wenn man es einmal platziert hat, kann man es nicht mehr bewegen.
Jetzt nimmt man einen sauberen Schwamm und das Wasser in der zweiten Schüssel (das ohne Gummi Arabicum) und drückt das Motiv damit vorsichtig auf den Ton, bis keine Falten oder Blasen mehr da sind. Das Papier ist hierbei noch nass und durchsichtig. Ein paar Minuten warten, bis das Papier leicht antrocknet und nicht mehr so durchsichtig ist. Es ist dann zwar noch feucht, aber nicht mehr klitschnass.
Nun mit der Rückseite eines Löffels vorsichtig kreisförmig über das Motiv rubbeln. Nicht zu viel und nicht zu wenig Druck. Durch das vorsichtige Rubbeln können auch ganz feine Details übertragen werden. Wenn man an einer Ecke anhebt, kann man sehen, ob alles übertragen wurde. Wenn nicht, dann das Papier wieder hinlegen und nachrubbeln.
Das Papier nach dem Umdruck abnehmen. Es darf nicht auf dem trocknen Ton verbleiben und schon gar nicht mitgebrannt werden.
Motiv einfärben auf Polyester Lithoplatten
Man kann mit dem Laserdrucker z.B. Fotografien direkt auf die Polyesterplatten drucken.
Es ist jedoch ein lithografischer Prozess und deswegen funktioniert er auf dem Prinzip der „FETT-WASSER-ABSTOSSUNG“.
Die eingesetzten Mittel zur Bildgestaltung: Toner (Laserdrucker), weicher Bleistift 5B+, Lithokreide, Lithotusche….
sind Fett-Spuren und diese nehmen dann die Druckfarbe an. Die nichtbedruckten (nicht bemalten) Bereiche sind hydrophil (wasserfreundlich) und nehmen das Wasser an. Dort kann dann die Druckfarbe nicht haften.
Was nicht zwingend benötigt wird ist: Gummi Arabicum
Die Polyester Lithoplatten können i.d.R auf beiden Seiten verwendet werden, allerdings auf jeder Seite nur für ein Druckmotiv.
Für den Druck wird nur Wasser und ein Farbkörper-Leinölgemisch benötigt.
Motiv einfärben…
Beispiel Handzeichnung
Format des gewünschten Bildes (Plattengröße) ausschneiden.
Auf einer Seite (ohne Fingerabdrücke zu produzieren) mit o.g.Stiften o.
Pinsel zeichnen/malen.
Eventuell mit Fön von der Rückseite her erwärmen.
Mit feuchtem Schwamm wird, die mit dem Gesicht nach oben, auf Glasplatte gelegte Folie gewässert.
Nachfolgend wird mit Walze die Druckfarbe hauchdünn aufgewalzt.
Mehrfach (ca. 3 x) Farbe aufrollen, danach immer wieder mit dem Schwamm und Wasser sauber tupfen.
Hat sich die Farbe genügend stark aufgebaut (Vorsicht! nicht mit Farbe erschlagen)
Ein wenig trocknen lassen.
Bildtransfer-Verfahren
Fotografische Arbeiten, Zeichnungen, Malereien, Druckgrafiken, Collagen...
also Bilder in digitaler Form im PC werden...
mit Fotobearbeitungssoftware so verändert/manipuliert, dass ein gewünschtes grafisches /abstrakteres schwarz-weiß Bild entsteht. Auch Grautöne können gut abgebildet werden.
Dann erfolgt der Druckprozess auf Folie per Laserdrucker...
oder ein auf Druckerpapier ausgedrucktes Bild wird per Kopierer auf Lithofolie gedruckt.Weitere Vorgehensweise, wie oben.
Motiv Umdruck auf lederharten Ton
Das Motiv mit der eingefärbten Seite nach unten auf den feucht lederharten Ton platzieren.
Achtung, wenn man es einmal platziert hat, kann man es nicht mehr bewegen.
Das Motiv leicht auf dem Ton festdrücken.
Nun mit der Rückseite eines Löffels vorsichtig kreisförmig über das Motiv rubbeln. Nicht zu viel und nicht zu wenig Druck. Durch das vorsichtige Rubbeln können auch ganz feine Details übertragen werden. Wenn man an einer Ecke anhebt, kann man sehen, ob alles übertragen wurde. Wenn nicht, dann die Lithoplatte wieder hinlegen und nachrubbeln.
Die Lithoplatte nach dem Umdruck abnehmen. Sie darf nicht auf dem trocknen Ton verbleiben und schon gar nicht mitgebrannt werden.
Brennen
Die Brennhöhe richtet sich nach dem Brennbereich der verwendeten Farbkörper.
Da die Druckfarbe nur aus Leinöl und Farbkörper bzw. Oxide besteht, verdampft beim Schrühen das Öl und zurück bleibt nur der Farbkörper. Die Farbkörper lassen sich dann noch sehr leicht abreiben und verschmieren. Deshalb sollte der Druck im zweiten Brand mit einer Transparentglasur fixiert werden. Die Transparentglasur dabei sehr vorsichtig auftragen, am besten aufsprühen.