Unser Weg zum
Naturnahen Garten
bei einem kleinen Garten mit bis zu 45 Jahre altem Pflanzbestand eine Lebensaufgabe.

Wichtig ist uns dabei die Sortenvielfalt im Garten. Das empfinden wir natürlicher und umweltfreundlicher als monotones Einerlei. Dazu mögen wir neben Wildformen auch duftende, optisch schöne Pflanzen.
Es gibt viele Möglichkeiten, im eigenen Garten mit der Natur zu leben und diese zu unterstützen. Hier sind einige unserer Ideen:
Wildes Eck
Praktisch sind unsere Pflanzinseln, die wir nicht regelmäßig pflegen müssen. Sie werden weder gemäht noch betreten. Denn sie sind für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig.
Konkurrenzstarke Wildpflanzen wie Giersch, Gänsedistel, Löwenzahn, Brennnessel und Co. werden allerdings nur kontrolliert geduldet, damit sie nicht ungehindert andere Pflanzen verdrängen. Diese zuverlässig bodendeckenden Beikräuter dürfen sich dafür in unserem nahegelegenen Wald frei entwickeln.







Totholz
Ein umrankter morscher Stumpf und die Reste unseres alten Zwetschgenbaumes...
Insekten nutzen Holz zwar vorwiegend im Larvenstadium als Nahrungsquelle. Totholz spielt für sie aber auch als Wohnraum eine wichtige Rolle. Dies ist außer bei Käfern zum Beispiel bei verschiedenen Ameisenarten oder Wildbienen der Fall, die ihre Gänge im Holz anlegen.



Bodendecker
Unsere Bodendecker sehen nicht nur hübsch aus, sie begrünen kahle Stellen und sind nützliche Waffen im Kampf gegen Unkraut. Zusätzlich bieten Bodendecker Nahrung und Lebensraum für viele Kleintiere.








Feuchtbiotop
Unser natürlicher Gartenpool bietet uns nicht nur Abkühlung bei heißem Wetter, sondern wird zum spezifischen Lebensraum für wasserliebende Pflanzen und Tiere. In trockenen Sommern finden hier Insekten, Igel und Vögel ausreichend Wasser. Wir können viele Vogelarten beim baden zusehen, oder wie Schwalben im Sturzflug trinken. Der Teich ist auch ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Amphibien und gefährdete Fische wie Elritzen und Nasen.











Trockenmauer & Steine
Unsere Trockenmauern & Steine, werden von Ameisen und wilden Bienen gerne angenommen. Bei Sonnenschein können wir Blindschleichen und Eidechsen beim Sonnenbad beobachten.








Nützlingsunterkünfte
als Behausungen für Vögel, Igel und Insekten, die uns helfen Schädlinge auf natürliche Weise zu bekämpfen.







Nistkasten für unsere Turmfalken
Gut angenommen wird der Nistkasten für unsere Turmfalken. Wir haben jedes Jahr verlässlich Nachwuchs. 3 bis 6 Eier werden jedes Jahr ausgebrütet.








Regenwasser
Unsere Pflanzen werden ausschließlich mit gesammeltem Regenwasser gegossen. Zisterne und Regentonnen haben den Vorteil, dass das gesammelte Dachwasser zur Bewässerung genutzt werden kann und somit Trinkwasser eingespart wird.




Dachbepflanzung
Mit unserer Dachbegrünung versuchen wir der Natur versiegelte Fläche zurückzugeben. Grüne Dächer speichern Regenwasser und verdunsten es langsam wieder. Sie sind Ersatzlebensraum für Insekten und kleine Tiere aller Art und Pflanzen. Sie bietet zahlreichen Lebewesen einen geschützten Lebensraum.






Kräuter & Gemüse
Kräuter sind nicht nur für unsere Küche oder die Hausapotheke eine echte Bereicherung, sie sind auch für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge ein unwiderstehlicher Anziehungspunkt. Besonders Kräuter wie Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei oder Thymian, bieten viel Nektar und Pollen.
Nicht nur wir freuen uns über etwas frisches Gemüse, auch Hummeln sind ganz verrückt nach unseren Tomaten und Zucchini.


























In der Verteidigung unserer Anpflanzungen bleibt die Schneckenbekämpfung leider ein Dauerthema. Unterstützung holen wir uns dabei vom Tigerschnegel. Tigerschnegel sind nützliche Gartenschnecken, da sie sich von totem Pflanzenmaterial, Pilzen und sogar von Nacktschnecken ernähren.




Obstbäume & Beerensträucher
Die früh blühenden Obstbäume und Beerensträucher sind eine wertvolle Insektenweide und locken eine Reihe von Nützlingen an. Früchte und Beeren werden als Naschobst und gelegentlich zur Verarbeitung genutzt. Der Rest bleibt für unsere wilden Gartenbewohner hängen.





















Laubbäume, Sträucher & Kletterpflanzen
sind wertvolle Rückzugs- und Nistorte für Vögel und für unseren Igel "Raimund". Sie bieten je nach Art auch noch Blüten oder Früchte für eine Stärkung. Insekten finden in Rindenrissen einen Platz, an dem sie sich verstecken oder ihre Entwicklung abschließen können. Und diese Insekten ziehen wiederum andere Tiere an, die auf der Suche nach Futter sind. Buntspechten scheint es bei uns besonders gut zu gefallen.
In unserem kleinen Garten sind Hecken als Sichtschutz unverzichtbar. Sie sollen wenig Platz beanspruchen und benötigen regelmäßige Pflege. Doch die Vogelschutzverordnung, die stark gestiegenen Preise für Gartenpflegedienste und die Begrenzung der Grünschnittentsorgung machen die Heckenpflege zunehmend zu einer belastenden Herausforderung.
Bis vor Kurzem hatte ich sogar geplant, eine Streuobstwiese mit zahlreichen Beeren- und Wildsträuchern anzulegen. Doch aufgrund der rechtlichen Vorgaben und Hindernisse musste ich dieses Herzensprojekt wieder aufgeben.
Immer öfter frage ich mich, ob ich dieser Aufgabe überhaupt noch gewachsen bin. Der Gedanke, die Sträucher drastisch zu reduzieren, wird zunehmend reizvoller.
Einige Gartenbesitzer in meinem Umfeld ziehen ähnliche Schlüsse: Sie entfernen Sträucher und Bäume, um ihre Gärten pflegeleichter zu gestalten und Konflikte mit der Vogelschutzverordnung zu vermeiden. Ironischerweise könnte genau diese Entwicklung den Lebensraum der Vögel erheblich einschränken.
















Versickerungsfähige Wege und Plätze
tragen dazu bei den natürlichen Wasserkreislauf aufrechtzuerhalten. Im Gegensatz zu konventionellen, versiegelten Flächen lassen sie Niederschlagswasser in den Boden versickern und reduzieren so den Abfluss in die Kanalisation.
Es darf auch mal etwas wild aufgehen... es könnte ja was Schönes draus werden.











Kompost
Der reife Kompost wird im Garten als Dünger und zur Bodenverbesserung eingesetzt.
***
Geringer ökologischer Wert?
Wir dürfen trotzdem bleiben!
Es ist wichtig zu erkennen, dass jede Pflanze eine Rolle in unserem Ökosystem spielt. Selbst wenn Ihr Nutzen als Nahrungsquelle für Tiere nicht immer im Vordergrund steht. Und sei es nur als Schutz vor Wind, Lärm oder Erosion. Pflanzen spielen generell eine wichtige Rolle im Kohlenstoff- und Wasserkreislauf und tragen zur Stabilisierung von Ökosystemen bei. Einige Pflanzen haben sogar spezielle Eigenschaften, die für die Umwelt von besonderem Nutzen sind. Beispielsweise können einige Pflanzen Schadstoffe aus der Luft oder dem Boden absorbieren und dadurch zur Verbesserung der Luft- und Bodenqualität beitragen.

Hortensien
Meine Lieblinge.
Hortensien geben unserem Garten die romantische Note. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, "Hortensien haben Insekten nichts zu bieten"; gelingt es unserer Hortensienvielfalt wunderbar, Insekten einen sinnvollen Platz zu schenken und somit einen guten Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.


























Tujenhecken
Einige unserer Tujen dürften mittlerweile an die 45 Jahre alt sein.
In den 70er und 80er Jahren war unser Garten ein grünes Paradies, eingefasst von Nadelbäumen und wunderschön blühenden Sträuchern. Jeden Herbst mussten meine Eltern die Hecke jedoch mühsam von ihrem beeindruckenden Durchmesser von fünf Metern auf drei Meter zurückschneiden. Schließlich sorgten Raupen, die in einigen Sommern manche Sträucher komplett kahl fraßen, für das Ende dieser alten Bepflanzung – und läuteten den Beginn unserer Thujahecke ein.
Wir schätzen diese schlanke, immergrüne Hecke, die nicht nur einen hervorragenden Sichtschutz bietet, sondern auch Wind und Lärm effektiv dämpft. Ihr Beitrag zur Natur mag begrenzt sein, da sie wenigen Tieren Nahrung und Unterschlupf bietet, doch ihr geringer Platzbedarf und der geringere Pflegeaufwand überzeugt uns immer wieder.

gefüllte Blüten
Ja, Pflanzen mit gefüllten Blüten bieten häufig nicht ausreichend Nahrung für die Insekten. Als gelegentliche Freundin gefüllter Blumensorten muss ich trotzdem nicht komplett auf diese blühenden Freuden verzichten. Ein Gleichgewicht aus den üppigen Lieblingsblumen und einem reichhaltigen Angebot an nektar- und pollenreichen Pflanzen sind hier der Trick. Die Mischung macht es halt.

Japanische Blütenkirsche
Mit ihren traumhaft gefüllten Blüten.
Der Gartentraum meines Vaters.

Es benötigte einige Pflanzversuche, bis mein Vater seine perfekte Blüte gefunden hatte.
Der Ökologische Wert ist sicherlich gering, der Baum hilft lediglich unsere Luft und das Wasser zu säubern und Sauerstoff zu produzieren. Oder den Vögeln als Nistplatz zu dienen.
Dafür geht mir als Mensch bei der unglaublichen Blütenschönheit das Herz umso mehr auf. Diese wunderbare Blüte ist für uns der Start in den Frühling.





In Gedenken an unsere
japanische Blütenkirsche
Die Trockenheit im Sommer 2022 hat unserem geliebten Baum das Leben gekostet.
Mit der Ramblerrose 'american pillar' und der Clematis 'montana Rubens' bekommt der Baum nun ein zweites Leben und neue Nistmöglichkeiten für unsere Vögel. Der tote Baum bietet nun Insekten Nahrung, Unterschlupf und Brutplätze.


