Haltbarkeit der Seife
Seife ist wie guter Wein! Je älter, desto besser! Seife ist sehr lange haltbar. Seife wird nicht schlecht, nur weniger vergnüglich. Wenn allerdings ein ranzigen Geruch und kleine orangene Punkte entstehen, dann ist es vorbei mit dem Vergnügen.
Luftig gelagert, z.B. in übereinandergestapelten Obst- oder Bäckerkisten, sind die meisten Seifen sehr lange haltbar und gewinnen sogar noch an Qualität, je älter sie werden. Einzig der Duft kann bei sehr langer Lagerung schon mal verloren gehen und natürlich sollten die Seifen regelmäßig auf Ranz überprüft werden.
High Oleic Öle
wie z.B. Distelöl ho oder Sonnenblumenöl ho. Damit ist die ölsäurereiche Variante des Öls gemeint.
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Distelöl und Sonnenblumenöl zählen zu den schnellranzenden Ölen. Dem kann man mit der High Oleic Variante entgegenwirken.
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Grundsätzlich gilt, wenn die Öle einen hohen einfach ungesättigten Fettsäurewert (> 65g pro 100ml) haben, dann können sie zu den ölsäurereichen Ölen gezählt werden können.
Harte Seife gewünscht
Hartmachfette wie z.B. Olivenöl, Palmfett, PalmKERNfett, Kakaobutter, Kokosöl, Lanolin, Mangobutter, Schweineschmalz, Sheabutter, Rindertalg oder Ziegenfett verwenden.
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Wenn man eine Seife mit vielen Ölen machen will, was die fertige Seife eher weich macht, kann man dem mit Salz entgegenwirken. Salz sorgt dafür, dass die Seife härter wird. Je nach Rezept mit 1-3 TL auf 500g Gesamtfettmenge anfangen.
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Man kann stattdessen auch Stearin oder Bienenwachs verwenden, 3-5% Prozent sollten genügen. Vorsicht, der Seifenleim dickt schneller an. Stearin macht außerdem den Schaum beständiger.
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Auch die Flüssigkeitsmenge hat Einfluss auf die Härte der Seife. Je mehr, desto weicher. Allerdings dickt der Seifenleim bei weniger Flüssigkeit rascher an.
Kaliumhydroxid KOH
(auch Ätzkali, kaustisches Kali)
KOH in technischer Qualität, mit 90% Reinheit reicht völlig aus. Bei einem KOH mit 90 %iger Reinheit entsteht eine etwas höhere Überfettung in der Seife und ist damit immer auf der sicheren Seite.
In Wasser löst es sich unter großer Wärmeentwicklung zu der starken Base Kalilauge. Kaliumhydroxid wird zur Herstellung weicher Seifen aus verschiedenen pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten verwendet.
Beispielsweise zur Herstellung von Schmierseife, Flüssigseife oder auch Rasierseifen in der Mischverseifung mit NaoH.
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Die Verseifung mit Kalilauge verläuft etwas langsamer als das Verseifen mit Natronlauge.
Kalkseifen
In Gegenden mit hartem Leitungswasser kann es durch die Verwendung von selbst gemachten Naturseifen zu den sogenannten Kalkseifen kommen.
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Dadurch kann die Wirkung der Naturseife beeinträchtigt werden, da sie ihre Wascheigenschaften verliert, was sich wiederum an einer verminderten Schaumbildung zeigt.
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In den Waschbecken und Abwasserrohren bilden sich Beläge, die nur schwer entfernbar sind.
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Zitronensäure in der Seife hilft diese Ablagerungen zu vermeiden.
Bei einem Härtegrad von 3 etwa 5 % Zitronensäure verwenden, ausgehend von der Gesamtfettmenge.
Mischverseifung
Zur Seifenherstellung wird sowohl NaOH (Natriumhydroxid) als auch KOH (Kaliumhydroxid) verwendet. Dabei entstehen stark schäumende Seifen.
Sinnvoll ist diese Methode vor allem bei
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Rasierseifen, da bei dieser Seife guter stabiler Schaum gewünscht ist,
und bei Salzseifen, da diese selbst nur wenig Schaum bilden.
Und so funktioniert es:
den gewünschten Überfettungs-Grad bzw. Laugenunterschuss festlegen.
Mit Hilfe eines Seifenrechners die Zugabe Menge der Lauge berechnen,
erst einmal als würde man 100% NaOH verwenden,
und dann die gleiche Rechnung noch einmal mit 100% KOH.Das Verhältnis NaOH/KOH bestimmen, z.B. 50:50
Dann die NaOH + KOH Laugen Menge auf das gewünschte Mischungsverhältnis umrechnen.
In diesem Beispiel Fall einfach halbieren.Nun NaOH und KOH mischen und zusammen in das destillierte Wasser einrühren.
Peelingsubstanzen
reinigen mild und porenfrei. Sie versorgen unsere Haut mit kostbaren Nährstoffen und regen die Durchblutung an. Alte Hauptschuppen werden sanft entfernt.
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Für ein starkes Körper Peeling eignet sich Seesand, Bimsstein, Mohn oder Mandelkern-Olivenstein-Granualat.
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Für ein sanftes Gesichtspeeling etwas weichere Zutaten wie Haferflocken, Mandelkleie, getrocknete Kräuter oder Maismehl.
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Für eine sehr milde Peelingwirkung reicht bunte Tonerde.
Die Reinigungswirkung von Seife
basiert auf ihrer Fähigkeit, Fette und Öle zu lösen:
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Molekülstruktur: Seifenmoleküle haben einen hydrophilen (wasseranziehenden) Kopf und einen hydrophoben (fettanziehenden) Schwanz.
Verbindung: Der hydrophobe Schwanz verbindet sich mit Fett- und Schmutzpartikeln, während der hydrophile Kopf im Wasser bleibt.
Emulsion: Durch Reibung und Wasser bilden sich kleine Kugeln (Mizellen), die den Schmutz umschließen und im Wasser schweben.
Abspülen: Diese Mizellen werden dann mit dem Wasser abgespült und hinterlassen saubere Oberflächen.
Seife entfernt Schmutz, indem sie Fett- und Schmutzpartikel in wasserlösliche Mizellen umwandelt, die leicht abgespült werden können.
Unterschiede zwischen
Kaltverfahren und Heißsiedeverfahren
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Kaltverfahren: Die Öle und Fette werden nicht erhitzt und die Seife reift über mehrere Wochen, um ihre endgültigen Eigenschaften zu entwickeln. Überfettungsöle werden von Anfang an zugegeben.
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Heißsiedeverfahren: Die Öle und Fette werden erhitzt, wodurch die Verseifung schneller erfolgt. Die Seife ist sofort nach dem Abkühlen verwendbar. Überfettungsöle werden am Ende des Prozesses hinzugefügt, um pflegende Eigenschaften zu bewahren.
Der Verseifungsprozess ist die chemische Reaktion zwischen Fetten oder Ölen und einer Lauge (meist Natronlauge, NaOH).
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Mischen: Öle oder Fette werden mit einer Lauge vermischt.
Reaktion: Die Lauge spaltet die Fettmoleküle in Glycerin und Fettsäuren.
Verseifung: Die Fettsäuren reagieren weiter mit der Lauge und bilden Seifensalze (die eigentliche Seife).
Reifung: Die Seife muss oft einige Wochen reifen, um ihre endgültigen
Eigenschaften zu entwickeln.
Verseifungsprozess läuft ungleichmäßig
Anzeichen: wenn die Seife an einigen Stellen fest und an anderen weich ist, eine Ölschicht auf der Seife entsteht, sich Farbunterschiede oder eine unregelmäßige Oberfläche bzw. Textur zeigt.
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Ursache: In den meisten Fällen liegt es daran, dass die Seife während der Verseifung zu heiß geworden ist oder zu warm verarbeitet wurde. Möglicherweise wurde auch zu wenig gerührt und Lauge und Fette nicht gleichmäßig verteilt. Oder die Gelphase hat nicht gleichmäßig stattgefunden.
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Lösung: Wenn die Seife nicht gleichmäßig verseift ist und unregelmäßig wirkt, dann längere Zeit nachreifen lassen und warten was passiert.
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Überschüssiges Öl zieht oftmals von alleine ein. Das Öl ist wichtiger Bestandteil des Rezeptes und darf nicht abgetupft werden, da es ansonsten Folgen für die Verträglichkeit der Seife und den Überfettungsgrad hätte.
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Verändert sich nichts an der Textur, kann die Seife wieder eingeschmolzen und erneut zusammengerührt werden.